Vor zehn Jahren gab es schweizweit ca. 125'000 Bauvorschriften. Seither hat sich die Zahl wohl um mehrere Tausend erhöht: Revisionen im Raumplanungsrecht, Umweltschutz, ISOS, kantonale Vorgaben in den Planungs- und Baugesetzen, bei den Energievorschriften, kommunale Erlasse wie Bau- und Zonenordnungen, technische Normen wurden «weiterentwickelt». Das Ergebnis dieser Entwicklung sind immer komplexere Verfahren und teilweise widersprüchliche Vorschriften und Auflagen. Mittlerweile dauert ein Baubewilligungsverfahren – und dies gilt vor allem im Kanton Zürich – doppelt so lange wie noch vor zehn Jahren. Hinzu kommen steigende Bodenpreise und höhere Kosten für Personal und Baumaterial.
Die dargelegte Entwicklung spielt institutionellen Anlegern und Investoren in die Hand. Vor 25 Jahren stemmten Privatpersonen noch über 40 Prozent aller Bauausgaben, heute sind es weniger als 30 Prozent. Demgegenüber haben die Bau- und Immobiliengesellschaften ihren Anteil deutlich gesteigert. Die Gründe dafür sind offensichtlich: Die Vielzahl von Vorschriften und die Komplexität der Verfahren schrecken ab. Ohne juristisches und technisches Fachwissen und entsprechende Beratung ist ein Baugesuch kaum mehr zu bewältigen, ein Projekt kaum mehr zu realisieren.
Gesellschaft und Politik verlangen nach mehr (günstigem) Wohnraum. Alle Investoren, insbesondere auch die Privaten, müssen dafür im Boot sein. Realisieren lässt sich das wohl nur durch den Abbau von Vorschriften und einfachere Verfahren.
